Großvenediger: eine bärige Hochtour

Nachdem ich schon zweimal unsere geplante Tour auf den Großvenediger absagen musste, waren die  Wetterprognosen diesmal gar nicht so schlecht. Also machten wir uns – Walter, Herta, Erika und ich – am Samstag den 29. Juli um 8.00 Uhr von Völs aus auf den Weg nach Prägraten im Virgental (Osttirol). Die Anreise dauerte auf Grund des wirklich starken Verkehrsaufkommens vier Stunden. Geduld und eine wirklich lustige Stimmung im Auto half über die Zeit in den Staus. Walter hatte sich wieder ganz uneigennützig als Fahrer zur Verfügung gestellt. Danke dafür!

Angekommen am Parkplatz Wiesenkreuz ging es dann mit schweren Rucksäcken und großer Vorfreude los. Das Wetter spielte mit. Die Regenwolken wurden verblasen und die Sonne zeigte gleich ihre Kraft. Erstes Ziel auf der breiten Forststraße mit Trink- und Essenspause war nach 600 Höhenmeter die Johannishütte (2.121hm). Auf der Terrasse genossen wir die herrliche Landschaft bei Bier und gutem Essen.

Bedrohliche, dunkle Wolken zwangen uns dann aber doch zum Aufbruch Richtung Defregger Haus (2.980hm). Drei Stunden waren auf den Orientierungstafeln angeschrieben. Erika und Herta gaben jetzt ordentlich Gas. Wir zwei älteren Herrn ließen es gemütlicher angehen. Oder besser gesagt: wir konnten nicht schneller. Am Wegrand des Steiges begrüßten uns immer wieder neugierige Murmeltiere. Nach zweieinhalb Stunden waren wir auf der Hütte. Kurz danach im Gastraum fing es draußen an zu regnen. Glück gehabt.

Der Hütte merkt man das Alter an. Das Essen zum Vergessen, das Osttiroler Bier dagegen nicht. Die Nacht wie üblich auf Berghütten mit wenig Schlaf. Trotzdem Tagwache um 6.00 Uhr. Draußen regnete es in Strömen. Der Abmarsch zum Großvenediger musste verschoben werden. Im Süden blitzte zwar ein wenig die Sonne durch, doch der Gletscher lag im dichten Nebel, zudem war es ziemlich windig.

Nach kurzer Beratung einigten wir uns, dass wir zumindest bis zum Einstieg auf den Gletscher gehen. Walter laborierte schon am Vortag an einer Verkühlung. Auf dem Weg zum Gletscher kamen weitere Probleme dazu. Keine Chance zum Weitergehen, daher die richtige Entscheidung, dass er umkehrte. Wir vereinbarten, dass wir noch ein Stück weiter gehen und uns dann wieder im Defregger Haus treffen werden.

A bissl Gletscher geht immer. Erika, Herta und ich querten am Seil den Gletscher bis unterhalb des Rainer Törls (3.422hm). Dann aber rasch wieder retour, das Wetter war nicht besser geworden. Jetzt noch eine Herausforderung für die Knie: 1.500 hm Abstieg. Kurz noch ein Besuch in der hervorragenden Küche der  Johannishütte und dann weiter zum Parkplatz. Trotz der müden Beine ging sich noch ein Bierchen beim Islitzer in Hinterbichl aus, bevor wir die Rückreise nach Innsbruck mit deutlich besseren Verkehrsbedingungen starteten. Danke nochmals an Walter für den Taxi-Dienst.

Resümee: A richtig bärige und anstrengende Hochtour. Beim nächsten Anlauf wollen wir es noch mal probieren auf den Gipfel zu kommen.

AUSSCHREIBUNG

GROSSER VENEDIGER  2./3. September 2023 4. Anlauf

Schiane Griaß    BURKI  Sektion Bergsport Post SV Tirol

Text: Burkhard Senn, Michael Bstieler

Fotos: Burkhard Senn

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