Eine ordentliche Herausforderung hatten wir, die Post SV Tirol-Bergfexen uns da vorgenommen. Mit dabei: Gerlinde, Herta, Werner, Burki und als Gast Heimo.
Gestartet sind wir Anfang August 2026 um ca. 9.00 Uhr in Innsbruck. Werner hat den Fahrdienst übernommen. Über St. Johann und Lofer sind wir dann nach gut zwei Stunden in der Ramsau (Berchtesgaden) angekommen. Da konnten wir den Watzmann noch nicht erblicken. Bei einem gemütlichen Kaffee und Kuchen warteten wir auf Heimo, der später zu uns gestoßen ist. Bei der Wimbachbrücke starteten wir dann bei bedecktem Himmel unser Vorhaben.
Etwa vier Stunden Aufstieg zum Watzmannhaus warteten auf uns. Der Wetterbericht sagte schönes Wetter am Nachmittag voraus. Der Wetterfrosch sollte sich ordentlich irren. Nach ca. 30 Minuten Gehzeit fing
es an zu regnen, sagen wir besser zu schütten. Auch das beste Wettergewand half nichts mehr, außer dass unsere Schritte zügiger wurden. Völlig durchnässt kamen wir beim Watzmannhaus an. Raus aus den nassen Kleidern. Aber wo einen Platz im Trockenraum finden? Luftfeuchtigkeit 100%. Vom Geruch rede ich gar nicht.
Endlich in trockenem Gewand hatten wir dann recht schnell unsere Laune und einen guten Platz in der Hütte gefunden. Wir waren erstaunt, wie gut organisiert die Hüttencrew arbeitete. Nach einem wirklich guten Essen gings dann um 22.00 ins Matratzenlager.
Aufstehen um 6.00 Uhr, Abmarsch um 7.15 Uhr. Da stand er jetzt vor uns: groß und mächtig, um es mit Wolfgang Ambros‘ Worten zu sagen. Das Hocheck, der 1. Watzmann, und etwas entfernt die Watzmannsfrau mit ihren Kindern. Unzählige Aspiranten konnte man bereits in den Serpentinen beim Aufstieg sehen. Mindestens neuneinhalb Stunden dauert die Überschreitung vom Watzmannhaus. Das Wetter, bis auf ein paar Restwolken sonnig, Gerlinde hatte sich schon vorab auf Grund ihrer Knieprobleme entschieden, direkt vom Watzmannhaus wieder abzusteigen.
Herta und ich haben dann den 1. Watzmann, das Hocheck bestiegen, um uns danach auf die 2.000 Höhenmeter Abstieg zu machen. Heimo, ein ausgezeichneter Alpinist und Werner
verabschiedeten sich dann am Hocheck und begannen die Überschreitung.
Für beide eine echte Herausforderung, wie sie uns dann berichteten. Vor allem der ausgesetzte und lange Abstieg ins Wimbachgries, gefolgt vom Hatscher zurück zur Wimbachbrücke hatten es in sich. Heimo konnte irgendwann nicht mehr auf Werner warten und war der Meinung, dass dieser auf der Mittelspitze umdreht.
Handyverbindung gab es keine. Heimo war dann nach ca. acht Stunden wieder beim Ausgangspunkt.
Unruhig wurden wir dann, und besonders Gerlinde, als Werner nach zwölf Stunden immer noch nicht im Tal war. Gerlinde verständigte vorsichtshalber auch schon die Bergwacht. Werner meldete sich aber dann beim ersten Handyempfang im Wimbachgries. Er hatte sich durchgekämpft. Eine mentale und körperliche Höchstleistung. G R A T U L A T I O N !
Die Erkenntnis aus dieser Tour: Eine so lange und so ausgesetzte POST SV Tirol-Bergfexentour wird es nicht mehr geben. Das Resümee: Eine gewaltige Bergkulisse. Abenteuerlich. Die Wetterprognose stimmt nicht immer. Die Tour bleibt aber sicher eindrücklich in Erinnerung!
Text und Fotos: Burkhard Senn, Sektion Bergsport



















